Die White Trash Contemporary Gallerie in Hamburg zeigt vom 03. September bis zum 15. Oktober in der Ausstellung „Patti Smith 1969 – 1976“ Aufnahmen der New Yorker Fotografien Judy Linn, die in den 70er Jahren das Leben ihrer Freundin und Weggefährtin, der Godmother of Punk, Pattie Smith begleitete und mit ihrer Kamera auch fotografisch dokumentierte. Dabei entstand eine Bildserie, welche die spätere Ikone der Punk und New Wave Bewegung in privaten bis intimen Momenten zeigt – etwa im Bett mit einer Tasse Kaffee und ihrem damaligen Lebensgefährten dem als Fotograf berühmt gewordenen Robert Mapplethorpe oder vor einem Spiegel beim Auftragen ihres Make Ups.
Linn, die heute als Professorin für Fotografie an der Vasser-University in New York lehrt, vermittelt mit ihren Fotografie den Eindruck, tatsächlich mitten in den – schon damals nicht unspektakulären – Alltag der einige Jahre später als Sängerin, aber auch als Fotografin, Malerin, Dichterin und nicht zu vernachlässigen als Stil-Ikone berühmt gewordenen Pattie Smith blicken zu können. Zwar posiert Smith offensichtlich für die Kamera, die gerade erworbene Leica der damals fotografisch noch unerprobten Freundin Judy Linn, und doch präsentiert sich hier eben noch nicht der spätere Star, sondern die junge Frau, die sich im eigenen zu Hause in verschiedenen Rollen imaginiert bzw. mit diesen experimentiert. Linn schreibt in dem Vorwort des kürzlich bei Knesebeck erschienen, die gleichnamige Ausstellung ergänzenden Fotobands „Patti Smith 1969-1975“ zu den Aufnahmen: „Ich machte diese Fotos, bevor ich wusste wie. Anfangs ging es nicht so sehr darum, wer wir waren, sondern wer wir sein wollten.“ Zudem passt die auf den Fotografien zur Schau gestellte libertine und anarchistische Einstellung so gut zu den Erwartungen, die der nachgeborene Betrachter mit der Boheme der Punk- und Rock-Szene des Amerikas der 70er Jahre verbindet, dass sich das Gefühl hier Einblick in die Entstehung einer Subkultur zu erhalten ohne weiteres einstellt. Judy Linn hätte, wie sie in einem Interview äußerte, die Fotos der berühmten Freundin gerne früher veröffentlicht, jedoch machte die Fotografierte selbst, Pattie Smith ihren Einfluss geltend, dies zu verhindern, wohl nicht zuletzt aus dem Grund, um die eigenen Kinder vor dem Anblick des wilden Lebens der freizügigen – und man darf auf manchen Bildern vermuten: zugedröhnten – Mutter zu bewahren.
Nachdem jedoch Pattie Smith im letzten Jahr ihre preisgekrönten Memoiren unter dem Titel „Just Kids“ veröffentlicht hatte, erhielt Linn die Erlaubnis ihre frühen Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren, die nun in dieser sehenswerten Ausstellung erstmals in Deutschland in der der White Trash Contemprary Galerie, Neue Burg 2, 20457 Hamburg noch bis zum 15. Oktober Mittwoch bis Freitag von 13 bis 19 Uhr und Samstags von 12 bis 16 Uhr zu besichtigen sind.
Judy Linn: „Pattie Smith 1969-1976“ in der WTC Galerie, Hamburg,
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