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David LaChapelle: „Heaven to Hell”

16. 09. 2011

in Foto Magazin, Fotografen, Fotografie, Fotoliteratur

David LaChapelle - Bohemia (2006) Sehr empfehlenswert für Fans der zeitgenössischen Fotokunst ist der in der Edition Golden Books beim Taschen Verlag erschienene Band „Heaven to Hell“ des US-amerikanischen Fotografen, Video-Künstlers und Regisseurs David LaChapelle. Der Fotoband versammelt auf über 340 Seiten zahlreiche in barocker Farbenpracht inszenierte Aufnahmen, die beim genaueren Hinsehen teils zum Lachen reizen, teils auch einen Schockeffekt entfalten, aber in jedem Fall beeindrucken und zu einer zweiten Durchsicht des Buches einladen. Die Bilder zeigen auch dem Betrachter, der mit LaChapelles Werk nicht vertraut ist, exemplarisch den Stil des Fotografen, der mit seinen ebenso provokanten wie prachtvoll und bunt inszenierten Porträtaufnahmen der zeitgenössischen Prominenz aus der Musik- Mode- und Showszene internationale Beachtung und Anerkennung erlangte.

Der Fotograf David LaChapelle

David Lachapelle David LaChapelle, geboren 1963, begann seine Karriere als Fotograf in den 80er Jahren nach einem Studium an der School of Visual Arts in New York bei „Interview“. Die Aufträge wurden ihm von dem Gründer des Magazins Andy Warhol vermittelt, den LaChapelle im berühmten „Studio 54“ kennenlernte, wo er zu dieser Zeit jobbte. Später arbeitete LaChapelle u. a. auch für Rolling Stone, GQ, Vanity Fair sowie die französische und die italienische Vogue und trat ebenfalls als Regisseur einiger preisgekrönter Musik-Videos, z. B. von Elton John, Gwen Stefani, Jennifer Lopez und Amy Winehouse in Erscheinung. Der Band „Heaven to Hell” ist als letzter Teil einer Trilogie zu verstehen, die 1996 mit „LaChapelle Land“ begonnen und 1999 mit „Hotel LaChapelle“ fortgesetzt wurde, und enthält doppelt so viele Bilder wie seine Vorgänger, die inzwischen zu begehrten Sammlerstücken geworden sind und einige Male neu aufgelegt wurden. LaChapelle präsentiert hier nebeneinander Porträts sowohl von Stars wie auch von gesellschaftlich Ausgegrenzten in seinem unnachahmlichen Stil, der so unterschiedliche kunstgeschichtliche Einflüsse wie Pop-Art und Renaissance verbindet mit einem sozialkritischen Ansatz und dabei durchaus auch Anleihen aus der Pornografie aufnimmt. Die Bilder erinnern in ihrer Inszenierung oft an klassische Meisterwerke von Botticelli und Michelangelo, treiben indessen aber auch stets ein ironisches Spiel mit dem Image der porträtierten Personen – so ist bspw. Michael Jackson mit den Charakteristika einer Engelsgestalt, den Fuß auf der Brust eines gefallenen Teufels platziert, zu sehen oder auch Angelina Jolie, die in einer an den Garten Eden erinnernden Landschaft eine Pose einnimmt, die man wohl als das sexuelle Erwachen Evas interpretieren darf. Zu den Porträts gesellen sich noch einmal ebenso viele Aufnahmen, die surrealistische bis groteske Szenerien und Motive präsentieren, etwa die Fotoserien „Inflatables“ von 2002 und „Jesus is my Homeboy“ aus dem folgenden Jahr.

Weitere Bespiele von den Arbeiten und mehr Informationen zu der Vita sind auch auf der Website des Fotografen David LaChapelle zu finden. Wen dann weder die fotografische Gratwanderung zwischen Hoch- und Popkultur noch die üppiger Verwendung schriller Farben und die provokanten Motive schrecken, der sollte bei „Heaven to Hell“ von David LaChapelle unbedingt zu greifen, zumal der Fotoband, erschienen 2010 beim Taschen Verlag, eine hochwertige Qualität aufweist und für 29,99 € vergleichsweise günstig zu haben ist.

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